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Angebot

Die 3FO Förderorganisation unterstützt die Umsetzung von Projekten innerhalb des Stiftungszweckes der Stiftung 3FO:

«Die Stiftung bezweckt die Unterstützung von Individuen, Organisationen und Projekten in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Weiterbildung und Ausbildung, schwergewichtig dann, wenn mittels Kooperation der geförderten Zielpersönlichkeiten und Weiterverbreitung des Erfahrenen ein nachhaltiger Effekt erzielt werden kann.»

Im Zentrum stehen folgende Förderbereiche:

Förderbedingungen

Wichtig ist, dass die Beteiligten die Zusammenarbeit stärken, dass sie Erlerntes weitertragen und dass nachhaltige Wirkung entsteht.

Diese Bedingungen sollte ein Vorhaben mitbringen:

  • als Projekt aufgebaut mit Anfang und Ende
  • gemeinnützige Wirkungen entstehen in mindestens einem Förderbereich
  • es sind Menschen beteiligt, die miteinander wirken, sich auseinander-setzen
  • prozessorientiertes Lernen findet auf verschiedenen Ebenen statt
  • Projektziel ist eine lebensfähige Struktur, durch die Menschen in einem der Förderbereiche etwas besser können
  • es entsteht etwas Neues

Bitte beachten Sie, dass die Förderorganisation nicht mit Ihnen zusammenarbeiten kann in Projekten von Wissensvermittlung, Publikationen, Grundlagenforschung, Sozialarbeit, Stipendien oder Spendenkampagnen. Ebenso wenig ist eine Zusammenarbeit möglich für laufende Betriebskosten oder Defizitbeiträge.

Projekte

Kurzbeschreibungen von unterstützten Projekten finden Sie auf den Seiten der drei Förderbereiche.

Berichte von Geförderten:

Everfresh (Kooperation und Konfliktbearbeitung)

Projekt Everfresh der Stiftung IdéeSport

  • Förderbereich: Kooperation und Konfliktbearbeitung
  • Projektleitung: IdéeSport, Jan-Michael Gerber
  • Projektdauer: 11/2016 – 10/2018
  • Gesprochene Mittel der Stiftung 3FO: CHF 243'600.–

Ausgangslage

In den Jahren 2012 und 2014 startete die Stiftung IdéeSport in den Kantonen Tessin und Aargau mit EverFresh ein Präventionsprojekt, bei dem sich Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren als sogenannte Coachs für die Tabakprävention bei ihren Peers engagieren. Externe sowie interne Evaluationen legten Anpassungen und eine Weiterentwicklung des Projektes nahe. Daneben sollte das Projekt bis Ende 2018 multipliziert werden.
Entwicklungen bringen potentielle Lernprozesse mit sich. Diese finden einerseits auf der Ebene des Projektmanagements statt und beeinflussen das Projekt. Gleichzeitig können sie Auswirkungen auf die ausführende Organisation haben und Lerneffekte im Sinne der Organisationsentwicklung mit sich bringen. Die 3FO war also der ideale Partner für den bevorstehenden Prozess.

© IdéeSport / Christian Jaeggizoom
© IdéeSport / Christian Jaeggi

Die Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit der 3FO Förderorganisation ist von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen geprägt. Das gemeinsame Voranschreiten im jeweiligen Projekt basiert auf einem klaren Prozess und der Aushandlung des gemeinsamen Verständnisses. Dieses Verständnis wird im Rahmen von Dokumenten und Lernprotokollen festgehalten und gesichert. Störungen im Projektverlauf werden thematisiert und gehören zum prozessorientierten Vorgehen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Das klar strukturierte und prozessorientierte Vorgehen der 3FO Förderorganisation mag anfänglich umständlich erscheinen. Tatsächlich ist es aber eben dieses Vorgehen, welches einen zielorientierten Projektverlauf ermöglicht. Die Lerneffekte, die dabei ausgelöst werden sind substanziell und lösen gewinnbringende (Denk-)Prozesse aus, welche schlussendlich zum Projekterfolg beitragen.
Die Kalkulation der hierfür zur Verfügung zu stellenden Ressourcen dürfte von Projekt zu Projekt stark variieren. Aus meiner eigenen Erfahrung empfehle ich, die zeitlichen Ressourcen grosszügig zu budgetieren. Nur so kann das gesamte Potential der Zusammenarbeit ausgeschöpft werden. Dies vor allem deshalb weil ein linearer Projektverlauf von A nach B nie der Realität entspricht und nur wer für diese Prozesse genügend Zeit zur Verfügung hat, kann die gesamte Wirksamkeit einer Kooperation mit 3FO erfassen.

Jan-Michael Gerber, Projektleiter
Oktober 2018

Solare Lernumgebung (Umwelt-Sensibilisierung)

Die solare Lernumgebung: entwickelt im KISC, im International Scout Centre in Kandersteg

  • Förderbereich:Umwelt-Sensibilisierung
  • Projektleitung: Greenpeace Schweiz
  • Projektdauer: 12/2013 – 12/2015
  • Gesprochene Mittel der Stiftung 3FO: CHF 136‘000.–
Pfadi-Leiter und -Leiterinnen aus ­Namibia, Algerien, Frankreich und ­Pakistan werden vom Sol­africa-Trainer Michael Götz angeleitet, einen mobilen Solargenerator zu bauen.zoom
Pfadi-Leiter und -Leiterinnen aus ­Namibia, Algerien, Frankreich und ­Pakistan werden vom Sol­africa-Trainer Michael Götz angeleitet, einen mobilen Solargenerator zu bauen.

Am Anfang stand die Idee: «Solarenergie ist nicht nur gut fürs Klima, sie lässt sich auch prima für spielerische Arbeiten mit Kindern einsetzen». Ergo ein Thema für die Pfadfinder, die WOSM, die World Organization of the Scout Movement? Das Internationale Pfadfinderzentrum in Kandersteg KISC ist ein Weltpfadfinderzentrum und eng mit der grössten Jugendorganisation der Welt, der WOSM, verbunden. Ich musste also einen Pfad finden, wie über dieses Netzwerk Abertausende von Kindern und Jugendlichen Solarenergie erleben können, mit ihr experimentieren und basteln, ihren Eltern zeigen und so zu Nutzern dieser besten aller Energien werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Greenpeace und der WOSM kam nach einigen Gesprächen zustande. Die Idee stiess auch bei der Stiftung 3FO auf offene Ohren. Damit war die Finanzierung für Projektentwicklung und Testphase gesichert. Sechs Monate nach dem Erstgespräch begannen die Umsetzungsarbeiten. Wir definierten folgende Ziele:

  1. Entwicklung einer «solaren Lernumgebung» (sLU), in welcher Kinder Solarenergie spielerisch und experimentell kennenlernen können
  2. Ausbildung von Solar-Multiplikatoren aus der ganzen Welt in Theorie, Praxis und Anwendung mit Kindern mittels der sLU im International Scout Centre in Kandersteg KISC
  3. Die notwendigen Materialien dafür entwickeln und produzieren
  4. Die Verankerung der sLU im KISC als «inspirierende Vorlage» für weitere Zentren

Ziel 1 bis 3 wurden nicht nur erreicht, sondern hatten und haben Folgen: Das Scouts-go-Solar Projekt läuft mit Erfolg weiter. Die Voraussetzung dafür war, dass die sLU bei den Kindern gut ankommt – und so die Motivation der Multiplikatoren nährt. Diese «Solar-Ambassadors», wie wir sie nennen, setzen nach der Ausbildung bei sich zu Hause das Gelernte um. So sind Scouts in Brasilien, Peru, Mexiko, Pakistan, Thailand, Nepal, Dänemark, Aserbaidschan, Indonesien, Afghanistan und auf den Philippinen sowie an der Elfenbeinküste solar aktiv. Der Erfolg war so eindrücklich, dass die WOSM Anfang 2016 alle 190 nationalen Scout-Organisationen weltweit dazu aufgerufen hat, das Scouts-go-Solar-Projekt in ihre Ausbildungssysteme aufzunehmen. Einzig das vierte Ziel, die Verankerung der sLU im KISC als «inspirierende Vorlage» für weitere Zentren, konnte wegen Überlastung der Zentrumsleiterin (noch) nicht realisiert werden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Pakistan, Brasilien, Dänemark, ­Philippinen, Japan und Kenia mit dem Projektleiter Kuno Rothzoom
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Pakistan, Brasilien, Dänemark, ­Philippinen, Japan und Kenia mit dem Projektleiter Kuno Roth

Dass der Plan insgesamt aber gut umgesetzt werden konnte, hat wesentlich mit der Stiftung 3FO zu tun. Ihr Ansatz, die Person des Projektleiters ins Zentrum zu stellen, war für das Projekt nützlich, weil Fehler und Schwierigkeiten nicht versteckt werden mussten, sondern Anlass zum Lernen waren. Alle paar Wochen reflektierten wir schriftlich und im Gespräch Strukturen, Prozesse und Hindernisse. Etwas steinig war einzig die Anfangsphase bis Sprache, Begriffe und Rollen geklärt waren. Einmal eingerichtet, war die Zusammenarbeit angenehm und hilfreich. Was habe ich nun gelernt? Die Praxis aufgrund von Beobachtung und Reflexion besser einzuschätzen und entsprechende Anpassungen vornehmen zu können, z.B.:

  • … konnte die Ausbildungsqualität der Multiplikatoren erhöht werden, als in den täglichen, multikulturellen Austauschrunden vermehrt auch die Emotionen zur Sprache gebracht worden sind.
  • … ein globales Projekt mit verschiedenen Kulturen und grossen Partnern zu entwickeln und auch zu steuern, ist herausfordernd. Reflexion half, Hemmnisse besser zu erkennen und abzubauen.
  • … ein guter Plan hilft, Unplanmässiges flexibel anzugehen, denn dieses kommt bestimmt. Eine der wichtigsten Errungenschaften war der mobile «Sun & Fun»-Park, der in dieser Art nicht geplant war. Zu beobachten, wie alle Kinder (und nicht nur die schon Überzeugten) auf spielerische, solare Anwendungen mit Freude reagierten, veranlasste uns, aus einem reinen Bastel-Workshop einen Park mit solaren Spielen zu entwickeln. Wir stellten fest, dass der Park mehr Spass bereitete als eine trockene Ausbildung und trotzdem einen grossen Lerneffekt und Lust auf mehr Solar machte. Dieser Sun & Fun Park wurde in Kandersteg entwickelt und später in Japan, anlässlich des sogenannten World Jamborees, von Tausenden von Pfadfindern begeistert besucht.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.solafrica.ch/scout-badge

Kuno Roth
Greenpeace Schweiz

Die brasilianische Scout Leaderin Monica «übt» im KISC 1:1 mit einer Gruppe von Pfadfindern, was sie in der Vorwoche gelernt hatte.zoom
Die brasilianische Scout Leaderin Monica «übt» im KISC 1:1 mit einer Gruppe von Pfadfindern, was sie in der Vorwoche gelernt hatte.

Jugenddelinquenz (Kooperation und Konfliktbearbeitung)

Die Jugenddelinquenz im Kanton Tuzla – ein Pilotprojekt der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

  • Förderbereich:Kooperation und Konfliktlösung
  • Projektleitung: FHNW, Hochschule für Soziale Arbeit, Institut für Sozialplanung & Stadtentwicklung
  • Projektdauer: 02/2014 – 04/2016
  • Gesprochene Mittel der Stiftung 3FO: CHF 100‘000.–
An der Konferenz wurde die Diskussion zwischen den Teilnehmenden sowohl im Plenum, vor allem aber in kleineren Gruppen ermöglicht und angeregt.zoom
An der Konferenz wurde die Diskussion zwischen den Teilnehmenden sowohl im Plenum, vor allem aber in kleineren Gruppen ermöglicht und angeregt.

Der Kanton Tuzla mit der gleichnamigen Hauptstadt ist einer von zehn Kantonen der Föderation Bosnien und Herzegowina. Mit rund einer halben Million Einwohner ist Tuzla der bevölkerungsreichste Kanton der Föderation.

In einer von der Stiftung 3FO geförderten internationalen Zusammenarbeit zwischen der FHNW und einem bosnischen Team ging es darum, exemplarisch einen Sozialplanungszyklus zur aktuellen Problematik der Straffälligkeit von Jugendlichen kooperativ umzusetzen. Dies beinhaltet die Kontextanalyse und Erforschung des Problemfeldes, eine kritische Diskussion der Ergebnisse mit unterschiedlichen Interessens- und Anspruchsgruppen im Rahmen einer Konferenz mit über 140 Teilnehmenden, die Entwicklung einer unterdessen vom Kanton Tuzla verabschiedeten Strategie sowie die Planung und die Umsetzung der Massnahmen.

Eine Netzwerkanalyse zeigt auf, wie die einzelnen Stakeholder ihr Netzwerk durch das Projekt erweitern konnten.zoom
Eine Netzwerkanalyse zeigt auf, wie die einzelnen Stakeholder ihr Netzwerk durch das Projekt erweitern konnten.

In Bosnien und Herzegowina wird die Kooperation zwischen Forschung, Praxis und Politik, zwischen staatlichen Institutionen und dem NGO-Sektor sowie zwischen verschiedenen Disziplinen und Professionen kaum praktiziert. Entsprechend stellte denn auch das kooperative Vorgehen für das heterogene Projektteam mit Vertretern aus der Forschung, Politik und Praxis (d.h. Soziale Arbeit, Sonderpädagogik, Sozialpsychiatrie und Juristischer Fakultät der Universität Tuzla, Sozialministerium und der NGO Vive Zene) eine Herausforderung und einen umfassenden Lernprozess dar. Durch viel Teambildungsarbeit und vor allem durch das konkrete Erleben des Mehrwerts der Kooperation konnten Respekt und Vertrauen aufgebaut und die ausgeprägte Hierarchie- und Statusorientierung zugunsten einer demokratischeren Haltung mit Team-, Sach- und Kompetenzorientierung verändert werden.
An der Konferenz ging es denn auch nicht nur darum, die Forschungsergebnisse zu präsentieren. Zentral war, den Austausch zwischen den über 140 Teilnehmenden aus der Forschung und ganz unterschiedlichen Praxisfeldern mit Bezug zu Jugenddelinquenz zu initiieren und den Mehrwert von inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit durch partizipative Methoden während der Konferenz konkret erlebbar zu machen. Viele Konferenzteilnehmende liessen sich dafür gewinnen, in einem weiteren Prozess gemeinsam eine Massnahmenstrategie zu entwickeln. Diese wurde im Sommer 2016 vom Kanton Tuzla verabschiedet. Auf dieser breit abgestützten Grundlage werden nun in einer nächsten Phase Projekte zur Prävention, Intervention und Reintegration umgesetzt.

Das Projektteam übernimmt mit der Leitung der Phase der Umsetzung von Massnahmen eine neue Rolle. In Teamarbeit werden die Funktionen und damit verknüpften Aufgaben definiert.zoom
Das Projektteam übernimmt mit der Leitung der Phase der Umsetzung von Massnahmen eine neue Rolle. In Teamarbeit werden die Funktionen und damit verknüpften Aufgaben definiert.

Die Leitung des Projektes durch verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedürfnissen war auch für mich ein laufender Lernprozess. Dass in der Zusammenarbeit mit dem Delegierten der Stiftung 3FO meine Person, mein Entwicklungsprozess, meine Haltung und mein Handeln in der Kooperation mit dem bosnischen Team im Zentrum standen, war ungewohnt und irritierend, hat bei mir aber wertvolle Erkenntnisse bezüglich meiner eigenen Rolle hinsichtlich des Empowerments der Projektpartner ausgelöst. Ich lernte die verschiedenen Funktionen, die ich in der Kooperation innehatte, bewusst wahrzunehmen und entsprechend klar zu kommunizieren sowie Verantwortung abzugeben, um auch bei anderen Lernprozesse zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen meinem 3FO-Delegierten und mir durchlief Höhen und Tiefen, da ich über eine lange Zeit hinweg nicht wirklich verstand, was von mir und der Kooperation erwartet wurde. Zudem musste ich mir die Fachterminologie meines 3FO-Delegierten aneignen, damit wir effizient und verständlich kommunizieren konnten. Der Ansatz der Stiftung wurde für mich klar erkenn- und nachvollziehbar, nachdem ich eine 3FO-Weiterbildung besucht hatte. Eine explizite Kommunikation der konzeptionellen Verortung des Ansatzes wäre für mich hilfreich gewesen. Sehr positiv erlebe ich, dass die Stiftung 3FO einen ganzheitlichen Ansatz beim Anleiten von Gestaltungs- und Veränderungsprozessen vertritt und in der Kooperation insbesondere auch die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt. Dies half mir auch in schwierigen Situationen gegenüber dem Projektteam authentisch und transparent zu bleiben.

Barbara Schürch
Hochschule für Soziale Arbeit, FHNW

Lernwerkstatt Denkart (Kind - Eltern)

Lernwerkstatt DenkART

  • Förderbereich: Bildung Kind – Eltern
  • Projektleitung: Pädagogische Hochschule der FHNW
  • Projektdauer: 01/2013 – 05/2015
  • Gesprochene Mittel der Stiftung 3FO: CHF 200‘000.–
Tablet statt Schulbuch?zoom

«Tablet statt Schulbuch?» (vgl. Abb. oben) könnte das Thema für einen Denkraum der zweiten Projektphase sein, in dem Akteure dazu einen Gegenstand (beispielsweise Ideen für Verfahrensweisen im alltäglichen Unterricht oder ein Produkt, das auf die Bedürfnisse der Lehrenden und Lernenden eingeht) bearbeiten und entwickeln würden. Für einen Denkraum zu diesem Themenbereich könnte eine Auswahl aus folgenden Akteuren eingeladen werden (siehe Liste unten).

(Akteure / Wissensbestände)

  • Neurologe/in, Lernpsychologe/in
    Zusammenhang zwischen Lernprozessen und Lernmedien.
    Einfluss des Gebrauchs von neuen Medien auf die Gesundheit und die Entwicklung der Lernenden.
  • Softwareentwickler/in
    Möglichkeiten der Gestaltung von Lernsoftware.
  • Informatiker/in
    Fragen zum technischen Support, zur Finanzierung, zur Machbarkeit an Schulen.
  • Philosoph/in (Ethik/Moral), Rechtswissenschaftler/in
    Moralische und rechtliche Fragen zum Verhältnis von Mensch und elektronischem Gerät sowie zum Datenschutz.
  • Fachdidaktiker/in
    Abstimmen von Zielen der schulischen Bildung und Erziehung mit modernen Methoden der Unterrichtsgestaltung. Umgang mit einer Fülle an Wissen, dessen Ursprung, Zuverlässigkeit und Geltungskraft unablässig überprüft werden muss. Auswahl und Aufbereitung von Wissensbeständen für den Unterricht.
  • Lehrpersonen
    Anwender der neuen Lernmedien in ihrem Unterricht
  • Schülerinnen und Schüler
    Nutzer der neuen Lernmedien
  • Eltern, Erziehungsberechtigte
    Umgang mit neuen Medien ausserhalb der Schule, Einfluss neuer Medien auf die Erziehung der Kinder und Jugendlichen.
  • Wirtschaftsvertreter/in, Arbeitgeber/in
    Ansprüche der Arbeitswelt an die kommende Generation.

Um innovative Ideen in konkrete Lösungen umzusetzen, müssen sich Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Arbeitsgebieten austauschen und vernetzen können. Dafür benötigen sie Räume, die Innovationsaktivitäten fördern. Innerhalb des Bildungssystems hat DenkART die Gestaltung solcher Denkräume zum Ziel. Mit dem Projekt sollen Instrumente zur Ermöglichung von Austausch- und Transferprozessen entwickelt und zur Verfügung gestellt werden.

In der ersten Projektphase wurden drei Umsetzungsprojekte realisiert, in denen Denkräume organisiert und die darin stattfindenden Kommunikationsprozesse ausgewertet wurden. Dabei hat sich u.a. gezeigt, dass ein geeigneter Gegenstand, symmetrische Gesprächssituationen auf Augenhöhe und eine geteilte Sprache Voraussetzungen für gelingenden Wissensaustausch sind. Persönliche Kontakte, räumliche Nähe und ein kooperatives Umfeld bleiben trotz der Möglichkeiten der virtuellen Vernetzung die erste Quelle von Innovation. Die von DenkART in der 1. Projektphase erprobten Denkräume haben sich als Orte erwiesen, in denen Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen Wissen austauschen und sich gemeinsam aktuellen Herausforderungen stellen können. Der Austausch von Wissen und Prozessen der Wissensumwandlung bilden dabei den Kern des erarbeiteten Konzepts. Die Elemente, die sich als zentral erwiesen haben, sollen für die Erprobung weiterer Denkräume und die Entwicklung von Instrumenten für die Vorbereitung auf den Austausch, die Moderation der Gespräche in den Denkräumen sowie die Implementierung von Erkenntnissen in die Arbeitsfelder der teilnehmenden Akteurinnen und Akteure aufgenommen und in weiteren Projektphasen umgesetzt werden.

Im turbulenten Projektalltag hat es die Zusammenarbeit mit der Delegierten der Stiftung 3FO ermöglicht, immer wieder einen Aussenblick auf das Projekt einzunehmen. Die vereinbarten Austauschgefässe haben sich für das Nachdenken über die eigene Verortung im Projekt als Lern- und Arbeitsfeld als sehr wichtig erwiesen. Denn in Projekten gibt es immer eine lange To-Do-Liste und die Selbstreflexion hat in der Regel – v.a. wenn die Projekte nach Plan laufen – nicht erste Priorität. Dass die Vorgehensweise für diese Zusammenarbeit nicht von der Stiftung vorgegeben und definiert wurde, hat zu Beginn Unsicherheiten bezüglich der Erwartungen und Zielvorstellungen ausgelöst. Im Verlauf des Projektes konnten aber gerade diese Offenheit in der Form der Zusammenarbeit und die sich daraus ergebenden Gestaltungsmöglichkeiten genutzt und ein fruchtbarer Austausch realisiert werden.

Dagmar Widorski
Pädagogische Hochschule FHNW
IVU – Institut Vorschul- und Unterstufe